Der Tango

Der Tango

Takt: 4/4 (2/4) - Tempo: 31-33 TpM - Herkunft: Argentinien

Tango bezeichnet einen Tanz und eine Musikrichtung, die sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts von Buenos Aires und Montevideo aus in der gesamten Welt verbreitet hat. Da es heute verschiedene Ausprägungen des Tango gibt, werden die ursprünglicheren, lateinamerikanischen Formen der Musik und des Tanzes zur Unterscheidung meist Tango Argentino genannt, während mit Tango, der Europäische Tango oder auch Standard-Tango, gemeint sind. Diese Unterscheidung ist in Argentinien selbst jedoch nicht üblich, dort spricht man einfach von Tango.

Der Tango, oder auch Europäischer Tango genannt, entstand um 1910 in Europa. Reisende der oberen gesellschaftlichen Klassen brachten von ihren Reisen nach Buenos Aires in Argentinien den Tango Argentino nach Paris in Frankreich. Die dortige konservative Oberschicht empfand den Tanz jedoch als „wild“ und „anstößig“ und wollte eine weitere Verbreitung vermeiden. Britische Choreografen nahmen sich schließlich des Tango Argentino an und passten ihn stilistisch den gesellschaftlich akzeptierten Standardtänzen an. Das Ergebnis war der Internationale Tango, der in seiner Form bis heute keine wesentlichen Veränderungen mehr erfahren hat. Zwischen 1910 und 1916 trugen Vernon und Irene Castle maßgeblich zur Entwicklung und Verbreitung des Europäischen Tango bei, unter anderem indem sie eine Tanzschule in New York City in den USA betrieben. Von 1958 bis 1960 wurde der Tango in Deutschland zu den Lateinamerikanischen Tänzen gerechnet, 1963 wurde er als Standardtanz in das Welttanzprogramm aufgenommen und gehört seither zum Standard-Repertoire der europäischen Tanzschulen.

Im deutschen Sprachgebrauch wird Tango mit dem europäisierten Tango gleichgesetzt. Dagegen wird der ursprüngliche Tango, der aus Argentinien und Uruguays kommt, als Tango Argentino bezeichnet, trotz der heute viel stärkeren Verbreitung. Auch in den klassischen Tanzschulen wird die europäisierte Form durch den Tango Argentino ablöst. Die beiden Tangoformen unterscheiden sich erheblich in ihrem Charakter, Ausdruck und Bewegungsformen.


Geschichte:

Die Geschichte des Tango ist sehr eng mit der Geschichte seines Entstehungsortes, nämlich die Siedlungsgebiete rund um den Rio de la Plata in Südamerika, verbunden. Spanische Siedler siedelten erstmals in dieser Gegend, später trafen mehrere große Einwanderwellen aus Europa ein, besonders aber aus Italien und Polen. Die entsprechenden kulturellen Eigenarten verschmolzen dort zu einem Kaleidoskop an Bräuchen und Eigenarten. Spanische Musik, vor allem Formen der Habanera kamen nach Uruguay und Argentinien. In den sich bildenden Slums der Städte wurde diese Musik in sentimentalerer weise als Klagelied ungebildet. Der Tango Argentino war geboren. bald schwappte dieser Tango Argentino (Tango Rioplatense) zurück nach Europa, wo er aber nicht viele Anhänger fand (dies sollte sich viele Jahre später erheblich ändern). In England wurde dann der Tango umgebaut, man machte ihn leidenschaftlicher, weit weniger trauernd und sentimental. In den 60ern wurde der Tango den Standardturniertänzen hinzugefügt und gehört seitdem zu den sehr beliebten Tänzen

Stil:

Der internationale Tango oder auch Ballroom-Tango hat mit seiner ursprünglichen Form, dem Tango Argentino nicht mehr viel gemeinsam. Er ist auch nicht in jedem Sinne ein typischer Standardtanz, sondern er nimmt, ähnlich wie der Paso Doble unter den Lateintänzen eine andere rolle ein. Zwar wird Tango mit vielen standardtypischen Bewegungen getanzt, allerdings fehlt dem Tanz völlig der Schwung, ein ansonsten sehr spezifisches Standardmerkmal. Außerdem gibt es einen sehr deutlichen Wechsel zwischen Bewegung und Pause, wie es wiederum ein Lateinmerkmal ist. Besonders häufig sind im Tango Schrittpassagen mit Promenaden zu finden, die meist mit schnellen Schritten stakkatoartig in andere Richtungen umgeleitet werden. Der ganze Tanz wird ohne heben und senken getanzt, dafür scheinbar tiefer und weiter in den Knien. Die Bewegungen sind durchaus schnell und raumgreifend, weiche und harte Elemente wechseln sich ab. Tango verfügt über eine Reihe von sehr klassischen Figuren wie die "Chase" oder die "Vienna Crosses" die man in beinahe jedem Turnier finden wird. Posen spielen im Tango eine große rolle, besonders der Contracheck.

Interpretation:

Der Tango gehört generell zu den dramaturgisch interessantesten Tänzen, vielleicht ist sogar der interessanteste schlechthin, generell gibt es keinen Tanz, der die Geschichte von Mann und Frau so verinnerlicht. Es geht dabei um sämtliche Aspekte einer gereiften Beziehung: Liebe, Zärtlichkeit aber auch Leidenschaft, Eifersucht, Hassliebe und sogar Abscheu gehören mit dazu. Welche Geschichte das Tanzpaar nun erzählt, ist abhängig von der gewählten Choreographie und von dem Lied, sowie natürlich von den Charakteren der Tänzer. Im ganzen kann man sagen, dass sich der Tango vom Tango Argentino deutlich in seinem dramaturgischen Hintergrund unterscheidet, er ist lebhafter, leidenschaftlicher, aber nicht so tiefgründig und schwermütig.

Technik:

Der Tango gilt unter den Standardtänzen als der technisch einfachste Tanz, dennoch müssen wie bei allen Standardtänzen sehr viele Details beachtet werden, damit der Gesamtausdruck stimmen kann.
Die Fußtechnik im Tango ist recht einfach und die Ausnahmen halten sich weitgehendst in Grenzen- alle Vorwärtsschritte, welche klar in Tanzrichtung gehen werden auf der Ferse getanzt, es sei denn sie werden nicht voll belastet. Seitwärtsschritte oder Points werden häufig auf der Innenkante des Fußen angesetzt, was eine weitere Besonderheit ist.
Im Tango findet kein heben und senken statt. Auch bei Seitwärtschassés bleibt der Körper flach auf einer ebene.
Die Haltung entspricht der normalen Standardhaltung, allerdings mit einigen Einschränkungen. Das Paar steht leicht nach links verdreht, deutlich tiefer als in anderen Tänzen. Die Haltung ist ebenfalls sehr viel enger. Die Dame platziert die Innenkante ihrer linken Hand auf dem Rücken des Herrn, ein weiteres Merkmal dieses Tanzes.

 

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